Erläuterungen, Tips und Hinweise

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Nachfolgend wollen wir die diversen Begriffe, die rund um das Messer und die Messerherstellung existieren, näher erläutern bzw. anhand von Zeichnungen deren Benennung darstellen

Erläuterungen zu feststehenden Messern

 

  1.  Klinge
  2.  Schor
  3.  Zwinge
  4.  Spitzerl oder Runderl
  5.  Puckel
  6.  Niete zum aufnieten der Backen
  7.  Griffschalen / Platterl
  8.  Griffstifte
  9.  Riemenloch
  10.  Backen (beidseitig aufgebracht) oder Handschutz
     (von unten oder hinten aufgesteckt)
  11.  Griffniete oder Schraubniete
  12.  Schneide
  13.  Einsatz
  14.  Knebel oder Handschutz
  15.  Fahrtenerl mit Gewinde
  16.  Kappe, Abschluß
 
 

Erläuterungen zu Klappmessern

  1. Klinge
  2. Rückenfeder
  3. Federanschlag
  4. Platinen
  5. Backen
 
 

Allgemeine Hinweise

zum Anfang
Falls Sie noch kein Experte der Metallbearbeitung sind, empfiehlt es sich, das erste Messer mit einer vorgefertigten Klinge zu bauen. Man kann ein Messer ganz ohne Maschinen nur mit Handwerkszeug herstellen. Maschinen beschleunigen die Arbeit jedoch.

Die nachfolgenden Hinweise gelten hauptsächlich für den willigen, aber unbedarften Anfänger:

  1. Erforderliches Werkzeug:
    diverse Feilen, Raspel, Bohrer, Schmirgel, Stahlwolle, Bohrmaschine, Lötbrenner, evtl. Gewindeschneidwerkzeug

  2. Erforderliches Material:
    Epoxyd-Harz (kein schnell aushärtendes), Klebstoff für Leder, Flußmittel, Weichlot.

  3. Erforderliche Maschinen:
    Poliermaschine, Bandschleifmaschine, Bohrmaschine.

Planung eines Messers mit vorgefertigter Klinge (schmale Angel)

Legen Sie die Klinge auf ein Stück Papier und zeichnen Sie sie nach. Sie können sich nun im Rahmen des beigefügten Griffmaterials den Griff an die Klinge skizzieren. Wenn Sie mit Form und Design zufrieden sind, nehmen Sie die Skizze mit in Ihre Werkstatt.

Arbeiten Sie nicht einfach drauflos !

Zusammenbau eines Messers mit schmaler Angel

  1. Bohren Sie ein Loch in der Stärke der Angel in das Messingmaterial - bei breiter Angel mehrere Löcher hintereinander.

  2. Feilen Sie die Löcher aus, bis sich die Parierstange nach vorn an die Klinge schieben läßt (lieber etwas mit Nachdruck als zu leicht).

  3. Wenn Sie Perfektionist sind und löten können, verlöten Sie die Parierstange mit der Klinge. Falls die Passung der Parierstange schön eng ist, mag es genügen sie zu verkleben.

  4. Beim Anbringen des Griffmaterials bieten sich zwei Möglchkeiten:
    a) Sie benutzen das Gewinde am Ende der Angel und schrauben eine Endplatte auf. Bohren Sie dann das Griffmaterial mit einem Bohrer im Durchmesser der Angel vollständig durch.
    b) Sie verzichten auf eine Endplatte bzw. Verschraubung. Dann durchbohren Sie das Griffmaterial nicht ganz und sägen die Angel auf entsprechende Länge. Es genügt, das Loch später mit Harz aufzufüllen und damit Messer und Griff zu verbinden. Achten Sie aber darauf, daß alles fettfrei ist. In die Angel können, um die Haftung zu verbessern, Kerben gefeilt werden. Zwischen Messing und Griffholz kann von dem angebotenen Fiber-Plattenmaterial eine Zwischenlage eingelegt werden. Durchbohren Sie das Material und schneiden es in entsprechender Größe aus.

  5. Mischen Sie nun das Harz nach Angabe des Herstellers, beschmieren alle Kontaktstellen, füllen das Loch im Griff damit auf und führen die Klinge ein. Bei Benutzung einer Endplatte schrauben Sie diese auf die Angel, sodaß alle Teile gut zusammengepresst werden. Andernfalls spannen Sie mittels Gummibändern (alter Fahrradschlauch).

    Wischen Sie sich nun den Schweiß von der Stirn und gehen Sie einen heben, denn für die nächsten 24 Stunden sind Sie arbeitslos.

  6. Sie finden nach 24 Stunden ein klobiges Ding vor, welches mit einem guten Messer nur die Klinge gemeinsam hat, denn Griff, Parierstange und Endplatte sind noch in rohem Zustand. Zeichnen Sie nun die geplante Form auf den Griffblock und gehen mit Feile, Raspel, Säge, Schmirgel und Stahlwolle zu Werke; d.h., entfernen Sie das Material wo es drückt, bis der Griff genau in Ihre Hand paßt; arbeiten Sie Fingerrillen ein oder auch nicht, aber nehmen Sie den Griff öfters in die Hand, um zu sehen, wie er liegt. Hat er und die Parierstange die endgültige Form, glätten Sie alles mit immer feinerem Schmirgel bzw. Stahlwolle, wenn möglich, polieren Sie das Ganze etwas auf. Die beste Lösung statt Polieren mit der Polierscheibe ist jedoch die Behandlung mit CCL Öl.

Sie haben nun Ihr Messer fertiggestellt. Nehmen Sie es in die Hand und bewundern es von allen Seiten, denn Sie haben etwas, was es ein zweites Mal nicht geben wird.

Hat ein Messer ein Flacherl, so müssen die Schalen nur aufgeklebt und verstiftet oder verschraubt werden.

 
Hinweis:

Lassen Sie Ihre Phantasie arbeiten und betrachten Sie das Vorstehende nur als Wegweiser, an den Sie sich nicht sklavisch halten müssen - es führen meist mehrere Wege ans Ziel, wählen Sie den für Sie günstigsten.
 
 

Herstellung von Lederscheiden

zum Anfang
Grundsätzlich gilt dabei, daß Sie sich zuerst ein Muster aus Packpapier oder Pappe machen. Legen Sie das Messer dazu auf das Papier und umfahren die Schneide in 1,5 cm Abstand. Rollen Sie das Messer über den Rücken auf die andere Seite. Zeichnen Sie auch die Linie "Klinge - Parierstange" ein. Skizzieren Sie die Gürtelschlaufe an und schneiden das Ganze aus, um es am Messer vollständig anzupassen. Da sich Leder nicht so eng um die Klinge legen läßt wie Papier, seien Sie beim Zuschnitt großzügig.

Legen Sie das Leder mit der Narbenseite nach unten auf den Tisch; zeichnen Sie das Muster auf und schneiden es aus. Aus dem restlichen Leder schneiden Sie eine Zwischenlage, die an der Schneidkante des Messers eingelegt wird. Je nach Typ (siehe unten) schneiden Sie auch Gürtelschlaufe bzw. Halteriemen aus.

Sie können das Leder nun punzieren und einfärben - mit der angebotenen Spezial-Lederbeize.

Kleben Sie die Zwischenlage auf, legen Sie die Gürtelschlaufe um (Narbenseite nach außen). Vernieten Sie die Gürtelschlaufe mit 1 - 2 Nieten, nicht ohne vorher den Halteriemen zwischengelegt zu haben. Bei Form 2 bringen Sie die Gürtelschlaufe jetzt an.

Klappen Sie nun die Scheide um, bzw. legen das separate Stück auf und verkleben beides. Die Scheide kann nun vernäht werden, entweder von Hand oder von Ihrem Schuhmacher.

Mit den angebotenen doppelseitigen Nieten kann die Scheide allerdings auch vernietet werden.

Scheidentypen:

Typ 1: Steckscheide - Scheide aus einem Stück Leder, wobei nur die Klinge umschlossen wird. (s. Abb. 1)

Typ 2: Köcherscheide - Scheide aus einem Stück Leder, wobei auch der Griff teilweise umschlossen wird. (s. Abb. 2)

Typ 3: Scheide aus zwei Stücken Leder für Skinner Klingen. (s. Abb. 3)

 

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